38 Stunden non-stop: Jeffrey Brown gewinnt 3. Backyard Ultra Chur

Der Australier lief 255 Kilometer, bis alle anderen aufgaben und die Niederländerin Tessa Caspers stellte mit 248 Kilometern einen neuen Rekord für eine Frau auf Schweizer Boden auf.

Samuel Rhyner 8. September 2026 | Lesezeit: ca. 4 min

Der 3. Backyard Ultra Chur (29. bis 31. August 2026) hat alle Erwartungen übertroffen: 38 Stunden lang dauerte das Ausscheidungsrennen an der Oberen Au, bis nur noch ein Läufer übrig war. Jeffrey Brown aus Australien absolvierte 38 Runden à 6,706 Kilometer. Das sind total 255 Kilometer. Die Niederländerin Tessa Caspers hielt bis zur 37. Runde mit und kam auf 248 Kilometer. Erst in der Nacht auf Montag, um 2 Uhr früh, stand der «Finisher» fest.

Erstmals ohne Limit und ein Feld auf hohem Niveau

100 Läuferinnen und Läufer standen am Samstagmittag an der Startlinie, so viele wie nie zuvor. Erstmals wurde der Backyard Ultra Chur im offiziellen Open-End-Format ausgetragen: kein Rundenlimit, gelaufen wird, bis nur noch eine Person übrig ist. Wie lange das dauern würde, wusste am Samstag niemand. Am Ende waren es 38 Stunden.

Das sportliche Niveau hat sich gegenüber dem Vorjahr markant gesteigert. Sieben Läuferinnen und Läufer absolvierten 24 Runden oder mehr und knackten damit die 100-Meilen-Marke (160,9 Kilometer). 2025 hatte dies nur eine einzige Person geschafft.

Den Schlussakt lieferten sich Jeffrey Brown und Tessa Caspers. Als alle anderen längst ausgeschieden waren, gingen die beiden Runde für Runde gemeinsam auf die Strecke. 13 Mal starteten sie zu zweit. Nach 37 Runden und 248 Kilometern war für Caspers Schluss. Brown lief die 38. Runde allein und wurde damit zum Sieger gekürt. Caspers erhält den Titel «Assist» – so heisst im Backyard-Format die Person, die den «Finisher» am längsten fordert.

«Was Jeffrey und Tessa hier gezeigt haben, ist Weltklasse», sagt Organisator Samuel Rhyner von Code Crush. «Mit 38 Stunden haben wir nicht gerechnet. Und dass gleich sieben Personen 100 Meilen gelaufen sind, zeigt, wie stark das Feld dieses Jahr war.»

Rekord für Frauen auf Schweizer Boden

Mit 37 Runden und 248 Kilometern lief Tessa Caspers so weit wie noch keine Frau an einem Backyard Ultra in der Schweiz und das ist somit ein neuer Rekord auf Schweizer Boden. Dass eine Läuferin bis in die zweite Nacht hinein um den Gesamtsieg mitläuft, unterstreicht, was das Format ausmacht: Nicht Tempo entscheidet, sondern Ausdauer und mentale Stärke.

Profi-Snowboarder Dario Caviezel im Sommertraining

Für Aufmerksamkeit sorgte auch Profi-Snowboarder Dario Caviezel. Er nutzte den Backyard Ultra als Teil seiner Saisonvorbereitung und lief zwölf Runden: gut 80 Kilometer. Das «Sportpanorama» von SRF begleitete seinen Einsatz mit der Kamera

Ein gut gelaunter Laufevent

Rund 450 Zuschauerinnen und Zuschauer besuchten im Verlauf der 38 Stunden das Eventgelände zwischen den Eishallen der Oberen Au, dreimal so viele wie im Vorjahr. Sie erlebten einen Anlass, der trotz Extrembelastung, Hitze und zwei Nächten auf den Beinen vor allem eines war: ein gut gelaunter Laufevent. Zwischen Wettkampf, Lagerfeuerstimmung und gegenseitigem Anfeuern herrschte über die gesamte Dauer eine ausgezeichnete Stimmung.

Viel Lob gab es für die Strecke: Der nahezu flache Rundkurs dem Rhein entlang nach Haldenstein und zurück war schön zu laufen und trotz der Hitze angenehm kühl. Organisatorisch verlief der Anlass komplett reibungslos.

«Wettkampf auf Weltniveau und gleichzeitig diese familiäre Stimmung. Genau das macht das Format aus», so Rhyner.

Das Format: Jede Stunde eine neue Runde

Beim Backyard Ultra startet zu jeder vollen Stunde eine neue Runde über exakt 6,706 Kilometer – jene Distanz, die in 24 Stunden genau 100 Meilen ergibt. Wer die Runde nicht innerhalb der Stunde beendet oder nicht rechtzeitig wieder an der Startlinie steht, scheidet aus. Es gewinnt, wer als Letzte:r allein eine weitere Runde absolviert; alle anderen erhalten ein «DNF» (Did Not Finish). Das vom Amerikaner Gary Cantrell erfundene Format erlebt weltweit einen Boom.

Ausblick: Ausgabe 2027 in Planung

Organisiert wird der Anlass vom Churer Softwareunternehmen Code Crush. Hinter dem Event steht ein Team aus laufbegeisterten Webentwickler:innen und Sportfans, das den Backyard Ultra in Graubünden etablieren möchte.

Eine vierte Ausgabe 2027 ist in Planung. Wer nichts verpassen will, folgt dem Backyard Ultra Chur auf Social Media (Instagram: @backyardultrachur) oder schaut gelegentlich auf der Webseite vorbei. Sobald Details feststehen, werden sie auf allen Kanälen veröffentlicht.

Medienkontakt

Samuel Rhyner, Code Crush GmbH
Tel: 081 511 94 30 | samuel@codecrush.ch
Web: backyardultrachur.ch

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