Wozu braucht es Redirects?

Wir stellen dir in einer 5-teiligen Blogserie verschiedene Themen vor, mit denen du beim Aufbau einer neuen Webseite bestimmt in Kontakt kommen wirst. In diesem Beitrag starten wir mit dem Thema Redirects.


Alice Loher - 25. November 2021

SERIE-POST 1/5 | WEBENTWICKLUNG - AUFBAU EINER WEBSEITE - BLOGSERIE

Die anderen Artikel dieser Reihe beschäftigen sich mit Cookies (coming soon), Sitemaps (coming soon), Robots (coming soon) und Open Graph Meta Tags (coming soon).



Kurzer Abriss


Worum geht’s? Redirects sind automatische Weiterleitungen einer URL zu einer anderen URL.
Wieso sollte ich Bescheid wissen? So löst man das Problem alter bzw. «toter» Links, die beim Aufruf eine 404-Seite zeigen. Stattdessen wird der User unmittelbar auf die richtige Seite geführt, ohne dass dieser etwas davon bemerkt.
Warum ist das wichtig? Tote Links entstehen schnell. Zum Beispiel, wenn man seine Webseite neu aufbaut, einzelne Seiten löscht oder umbenennt. Um die Usability zu verbessern und aus SEO-Sicht ist es wichtig, für diese toten Links Redirects einzubauen.
Wie machen wir das bei Code Crush? Redirects können wir schnell einbauen. Du musst uns nur eine Liste der alten Links schicken und wir fügen die korrekten Weiterleitungen ein.
Und was haben Biber mit Redirects zu tun? Beide leiten um.


Was passiert bei einem Redirect?


Angenommen du hast deine Webseite neu aufgebaut. Nun wurde die Seite «Über Mich» zu «Über Uns» umbenannt. Du hattest aber im letzten Newsletter diese Seite mit dem alten Link verlinkt. Nun möchtest du nicht, dass die User auf einer 404-Error Seite landen, wenn sie den alten Link öffnen. Genau dafür können Redirects eingesetzt werden. Die User, die auf den alten Link klicken, werden so automatisch auf die neue Seite weitergeleitet. Zudem wirkt sich diese Weiterleitung nicht auf die Ladezeit aus, weil die alte Seite zu keinem Zeitpunkt geladen wird. Daraus ergeben sich verschiedene Vorteil in Bezug auf die Suchmaschinenoptimierung (SEO). Übrigens gibt es zwei Arten von Redirects. In diesem Beitrag geht’s primär um serverseitige Redirects. Was beim clientseiteigenen Redirect passiert und wie sich diese beiden Varianten unterscheiden, wird im Abschnitt Deep Dive erklärt.


Use Cases

  • Relaunch einer Webseite: alte Links, die nicht mehr gültig sind, müssen weitergeleitet werden.

  • Wartung einer Seite: mit Redirects kann man den Zugang zu einer bestimmten Seite (auch vorübergehend) verhindern

  • Weiterleitung von http auf https oder Weiterleitungen von URL mit www auf eine URL ohne www (oder umgekehrt)


Verbesserung der Usability


Es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass der User deine Webseite gerade wieder verlässt, wenn dieser auf eine 404-Fehler-Seite landet. Das wirkt sich nicht nur schlecht auf die Usability aus, sondern erhöht auch die Absprungrate. Und diese Rate sollte möglichst tief sein, da Google eine hohe Absprungrate mit einem schlechteren Ranking abstraft.



Vorteile für SEO


Google versteht, wenn eine Seite eine Weiterleitung enthält und crawlt die alte Seite nicht (mehr). Beispielweise war deine alte «Über Mich» Seite bereits seit längerem online und wurde von Google bereits mehrfach bewertet und hat ein entsprechendes Ranking. Dieses Ranking wird auf der neuen «Über Uns» Seite übernommen. Dadurch verlierst du keine «SEO-Punkte», wenn du deine Seiten weiterleitest.


Sinnvoll sind Redirects zudem, um duplizierten Content zu vermeiden. Google bewertet Webseiten schlechter, die auf mehreren Seiten identische Inhalte enthalten und das nicht kennzeichnen. Angenommen die beiden Seiten «Über Mich» und «Über Uns» sind bis auf wenige Ausnahmen komplett identisch. Google bewertet diese Seiten schlecht, weil Google nicht identifizieren kann, welche der beiden Seiten relevanter ist. Ein Redirect von der «Über-Mich» Seite auf die «Über Uns» Seite kann dafür eine Lösung sein, weil Google versteht, dass die «Über Uns» Seite die Relevante ist.



Deep Dive


Man unterscheidet zwischen serverseitigen und clientseitigen Redirects. Diese beiden Varianten unterscheiden sich durch den Zeitpunkt der Weiterleitung.

Serverseitige Redirects (wenn die Seite vom Server weitergeleitet wird): Der User wird weitergeleitet, ohne dass die ursprünglich angeforderte Seite im Browser geladen wird. Das ist gut, weil sich das nicht negativ auf die Ladezeit der Seite auswirkt, weil Google die Seite besser crawlen kann und weil der User von der Weiterleitung nichts mitkriegt. Daher ist diese Variante immer zu bevorzugen.

Clientseitiger Redirect (wenn der Redirect erst im Browser erfolgt): Der User wird erst weitergeleitet, nachdem die erste angeforderte Seite in seinem Browser geladen wurde. Daher fühlt sich die Weiterleitung auch eher so an, als würde die Seite zweimal laden. Die Weiterleitung erfolgt per JavaScript oder per Meta-Refresh (auch HTML Redirect genannt). Clientseitige Redirects ist insbesondere aus SEO-Gründen nicht zu empfehlen, da diese von den Crawlern nicht interpretiert werden können.

Bei Redirects unterscheidet man zudem zwischen verschiedenen Typen. Jeder Typ definiert sich durch seinen Statuscode. Folgende Typen sind die gängigsten:

  • 301 (Moved Permanently): Dieser Statuscode zeigt, dass die alte Seite nicht mehr verfügbar ist und zukünftig immer auf die neue Adresse umgeleitet wird. Das macht beispielweise Sinn, wenn sich die Seitenstruktur nach einem Relaunch verändert wurde oder um eine Webseite von http zu https weiterzuleiten. Auch Google kann diesen Statuscode interpretieren und vererbt das Ranking der alten auf die neue Seite.

  • 302 (Found, Moved Temporarily): Wenn du eine Seite nur temporär umleiten möchtest, wird dieser Statuscode mitgegeben. So wird gekennzeichnet, dass die alte Seite noch verfügbar, aber vorübergehend nicht zugänglich ist.

  • 307 (Temporary Redirect): Funktioniert genau gleich wie 302, mit dem einzigen Unterschied, dass die HTTP Methode (https://www.ionos.de/digitalguide/hosting/hosting-technik/http-request-erklaert) unverändert bleibt. In den meisten Fällen ist dieser Typ gegenüber 302 zu bevorzugen.



Wie wir Redirects bei Code Crush umsetzten


Wir setzten wo möglich immer serverseitige Redirects ein. Diese einzubauen ist für uns eine kleine Sache. Wir fangen alle Weiterleitungen ab, die du uns angegeben hast und leiten diese mit den richtigen Statuscodes auf die neuen Seiten weiter. Zudem achten wir darauf, keine Redirect-Verkettungen entstehen zu lassen (wenn Seite A zu Seite B weiterleitet, Seite B dann zu Seite C weiterleitet, etc.). Das wäre nicht nur fehleranfällig, sondern auch schlecht für die SEO und die Performance deiner Webseite.

Alice Loher bei Code Crush
Autor:in

Alice Loher

Wo ich mich am liebsten austobe? Natürlich im Web, wo ich Inhalte darstellen und gestalten kann ohne wirklich an die Grenze der Möglichkeiten zu stossen. Ich bin für Experimente immer zu haben und probiere mich gerne an neuen Sachen aus. Am liebsten mag ich es dynamisch, interaktiv und nicht 0815. Wenn ich auf Ideensuche bin, schaue ich mir gerne zeitgenössische Kunst an oder lasse mich von Digital Artists inspirieren.